Brandschutz und Vorschriften beim Einbau einer Kaminkassette

Welche Veränderungen sind beim Einbau der Kaminkassette zu beachten?

Der Einbau einer Kaminkassette in den vorhandenen offenen Kamin ist eine erhebliche Änderung der Feuerstätte, welche erneut vom Schornsteinfeger abgenommen werden muss, um zu überprüfen, ob die Kamineinbau Vorschriften erfüllt wurden. Durch die nun deutlich höheren Abgastemperaturen (bisher 80—100°C nun 260—285°C) und optimierte Feuerungstechnik müssen entsprechende Brandschutzbestimmungen Kaminofen betreffend beachtet werden, um die Kaminanlage abgenommen zu bekommen und betriebssicher betreiben zu können.

Welche Maßnahmen bezüglich des Brandschutzes der Kaminkassette müssen beachtet werden?

Brandschutz Feuerstätte

Bei einer Änderung muss die komplette Feuerungsanlage (Feuerstätte, Verbindungsstück, Schornstein) den aktuell geltenden Kaminbau Vorschriften entsprechen; ein sogenannter Bestandsschutz trifft nicht zu.

Der Einbau muss nach der jeweiligen Landesbauordnung, der Feuerungsverordnung und vor allem der DIN EN 13229 entsprechen. Beispielsweise müssen zu schützende Bauteile vorgemauert und gedämmt werden und Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen eingehalten
werden, was bei alten offenen Kaminen gerne „vergessen“ wurde.

Auch nicht zu schützende Bauteile müssen vorgemauert und gedämmt werden, wenn nicht explizit etwas anderes in der Aufstellanleitung des Herstellers zu finden ist.

Brandschutz Kaminschürze

Es ist zu prüfen, ob in der Schürze brennbare Bauteile (Verkleidung auf Dachlatten o.ä.) verbaut wurden. Sollten brennbare Materialen im Bereich der Kaminschürze verbaut sein, ist darauf zu achten das alle brennbaren Teile entfernt oder ausreichend gedämmt werden.

Es ist zu prüfen ob die Feuerstätte zum Schornstein passt. (Querschnittsberechnung nach DIN 13384)

Der Erbauer muss Ihnen eine Fachunternehmerbescheinigung nach TROL aushändigen in dem der ordnungsgemäße und fachgerechte Einbau bescheinigt wird.

Verbindungsstücke zwischen Schornstein und Kaminkassette müssen gereinigt werden können. Dies erfolgt in der Regel durch die Kaminkassette und muss ohne Aufwand oder Umbaumaßnahmen möglich sein.

Brandschutz Holzbalken

Sollte ein Holzbalken direkt oberhalb der Kaminkassette liegen, sind die Brandschutzbestimmungen Kaminofen betreffend nicht einzuhalten. Der Holzbalken muss laut Aufstellanleitung mindestens 1cm hinterlüftet sein und darf keine höheren Temperaturen als 85°C bekommen.

Dies wird durch einen nichtbrennbaren Sturz von mindestens 10cm hohen Material (Mauerwerk, Brandschutzplatte o.ä.) gewährleistet. Der Holzbalken muss so aufgebaut sein, dass zwischen dem nicht brennbaren Sturz und der Kaminschürze kontinuierlich Luft zirkulieren kann, und dass keine Stauwärme hinter dem Holzbalken entstehen kann. Nur so ist der sichere Betrieb einer Kaminkassette gewährleistet.

Selbstverständlich bieten wir, als Meisterfachbetrieb solche Maßnahmen mit an und setzen diese bei der Montage um.

Bodenplatte bei brennbarem Boden

Besteht der Boden um den Kamin aus brennbaren Materialen wie z.B. bestimmte Keramikfliesen, Vinyl oder Holz, ist eine Bodenplatte Pflicht. Die Bodenplatte schützt nicht nur vor Funkenflug, sondern auch vor Verschmutzungen. Bei hochwertigem Boden, beispielsweise Parkett, schützt die Bodenplatte beim Öffnen der Kamintüre vor herausfallender Asche und Holzresten.

Eine nicht brennbare Bodenplatte kann aus Glas, Stein, Stahl oder Edelstahl sein.

Dunstabzugshauben nach außen

Bei Dunstabzugshauben oder Absaugeinrichtungen welche ins Freie gehen kann bei gleichzeitigem Betrieb einer Feuerstätte zu erheblichen Problemen führen. Die Abgasanlage saugt mehr Luft aus dem Raum, als frische Luft in den Wohnraum gelangt. Bei gleichzeitigem Betrieb einer Dunstabzugshaube und Feuerstätte kann es unter Umständen dazu kommen, dass Rauchgase nicht durch den Schornstein, sondern in den Wohnraum Richtung Dunstabzug gesogen werden, da die Abgasanlage stärker zieht als der Schornstein.

Da Abgas im Wohnraum lebensbedrohlich sein kann, ist es gesetzlich vorgeschrieben solch einen gefährlichen Unterdruck zu vermeiden.

Diese Gefahr entsteht durch die neuen und leistungsstarken Dunstabzugshauben und kommt nicht von der Feuerstätte

Lösungsmöglichkeiten für Dunstabzugshauben.

Bei neu zu installierenden Küchen:

doppelter Mauerkasten (je 1 Kanal für Zuluft und Abluft)

Bei bestehenden Küchen

Dunstabzugshaube auf Umluft stellen

Es muss ein Fensterkontaktschalter installiert werden, sodass die Dunstabzugshaube nur bei ausreichender Frischluftzufuhr betrieben werden kann !Vorsicht! nur DIbT zugelassene Fensterkontaktschalter verwenden sonst kein Versicherungsschutz

(Preis Fensterkontaktschalter ab 69 € / Funkfensterkontaktschalter ab 129 €)

Es kann ein Druckwächter installiert werden. Dieser misst den Druck im Raum und schaltet die Dunstabzugshaube erst bei gefährlichem Unterdruck ab (Preis ab 299 €)

Die Lösungsmöglichkeiten für die elektrische Dunstabzugshaube muss von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.

Wichtig!

Unsere jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass oftmals – gerade von Internetanbietern – Kaminkassetten eingebaut werden,  ohne den Kunden ausreichend über die gesetzlich notwendigen Bestimmungen und den Brandschutzbestimmungen Kaminöfen betreffend zu unterrichten und dieser mit erheblich aufwendigen Zusatzarbeiten im Nachhinein, sowie mit Mehrkosten rechnen muss. Lassen Sie Kaminarbeiten ausschließlich von einem Meisterfachbetrieb durchführen, der Ihnen alle Arbeiten mit anbieten kann und Sie keine Fremdfirma für zusätzliche Maßnahmen aufsuchen müssen. Schließlich geht es hier um ein Produkt bei dem nicht nur erheblicher Sachschaden entstehen kann, es geht auch um Leib und Leben.